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Der Biotologe Yann

… reitet durch das Dschungelland

Yann folgt der Elefantenherde durch den Dschungel Thailands. An einem Fluss muss er aufgeben, da dieser zu tief ist. Traurig überlegt er war jetzt anfangen soll, als plötzlich ein kleiner Elefant vor ihm steht. Er hat seine Herde beim Fressen verloren. Yann verspricht ihm bei der Suche zu helfen und so ziehen sie gemeinsam weiter. Sie erleben einen lustigen Tag miteinander bis sie schließlich noch feuchte Elefantentappen entdecken.

elefanten
Jim Gramming in Thailand

Yann erlebte auf seinen Reisen rund um den Globus an vom Klimawandel bedrohten Plätzen für ihn inszenierte Geschichten – und erweiterte sie mit seiner Vorstellungskraft und Kreativität spielerisch zu aufregenden Abenteuern zwischen Fantasie und Wirklichkeit.

Sein Bruder, der Fotograf Jim Gramming, hielt das Geschehen vor Ort mit viel Einfühlungsvermögen in einzigartigen Fotoserien fest. Mit zahllosen spontanen Motivideen erschufen die Reisenden so eine ganz besondere Bildwelt, die mit den erdachten Geschichten eine unverwechselbare Einheit bildet.

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Details

9. Abenteuer in Thailand

Hardcover
Format: 28 x 24 cm
Seiten: 48
FSC zertifiziert, 100% Anteil Altpapier

ISBN: 978-3-944275-08-6

Preis: 14,50 €

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Elefant

Glossar Elefanten unserer Welt

tigerkatze

Yann ist ein Jahr lang an verschiedene Orte der Welt gereist. Daraus entstanden zwölf Geschichten. Die von ihm besuchten Landschaften sowie die dort lebenden Tiere und Menschen sind durch die Folgen des Klimawandels und die bedenkenlose Ausbeutung natürlicher Ressourcen in ihrer Existenz bedroht.
Viele der Orte gehören zu den von der UNESCO als Weltnaturerbe ausgezeichneten Stätten.

Das neunte Abenteuer spielt in den Bergen Thailands, wo noch Elefanten in freier Wildbahn leben.

Unterstützt wurden wir bei unserer Arbeit von Elephant Special Tours, die seitdem auch Elefantenreisen mit Kindern ab drei Jahren anbieten.

Yann schwimmt mit Salia in Thailand

Elefanten sind die einzigen noch lebenden Angehörigen der Familie der Rüsseltiere. Sie unterteilen sich in drei Arten, den Afrikanischen Elefanten, den Waldelefanten und den Asiatischen Elefanten. Der Asiatische Elefant ist näher mit dem Mammut verwandt als mit dem Afrikanischen oder dem Waldelefanten.
Elefanten sind die größten Landsäugetiere der Erde. Sie werden bis zu vier Meter groß und wiegen zwischen zwei und fünf Tonnen. Ihre Haut ist zwei Zentimeter dick, aber dennoch sehr empfindlich. Der Elefant geht auf Zehenspitzen im Passgang durchs Leben. Er ertastet sich seinen Weg sehr vorsichtig mit seinem Rüssel und entspricht deshalb mit Sicherheit nicht dem Klischee des „Elefanten im Porzellanladen“. Dabei lässt er sich Zeit und legt etwa fünf Kilometer pro Stunde zurück. Nur bei Gefahr erhöht er sein Tempo auf bis zu 40 Stundenkilometer.
Ein Elefantenkalb wird nach 22 Monaten Tragezeit mit einem Geburtsgewicht von einhundert Kilogramm geboren. Es fällt bei der Geburt 70 Zentimeter tief, da die Geburtsöffnung zwischen den Hinterbeinen seiner Mutter liegt. Schon kurz nach der Geburt kann es stehen. Es hat braunes, lichtes, stacheliges Haar, das sich mit der Zeit verliert und nur am Kopf erhalten bleibt. Die ersten sechs Lebensmonate trinkt es ausschließlich bei der Mutter – mit dem Maul und nicht mit dem Rüssel. Ganz entwöhnt ist es erst im Alter von zwei Jahren, aus der Pubertät erwächst es mit sieben bis acht Jahren. In diesem Alter trennen sich auch die Bullen von der Herde, um in eigenen Jungbullengruppen umherzuziehen. Wenn sie erwachsen sind, werden sie zu Einzelgängern. Die Herde besteht aus weiblichen, miteinander verwandten Tieren, die von einer alten, erfahrenen Leitkuh angeführt werden. Erst im Alter von 17 bis 20 Jahren paaren sich Elefanten das erste Mal. Dann lebt der Bulle wieder für einige Monate mit der Herde.
Elefanten streifen nomadisch umher und fressen dabei täglich, 17 bis 20 Stunden lang, bis zu 200 Kilogramm an Gräsern, Blättern, Zweigen und Früchten. Ihr Wasserbedarf liegt bei 100 Litern pro Tag. Da ihr Verdauungssystem sehr ineffektiv ist, nutzen sie nur etwa 40 Prozent der aufgenommenen Energie.
Obgleich ihr Hörsinn schlecht ausgeprägt ist, haben sie sehr große, gut durchblutete Ohren. Indem sie mit ihnen wedeln, regulieren sie ihre Körpertemperatur. Ansonsten baden sie gerne, um sich abzukühlen, wobei sie oft ganz untertauchen, sodass nur noch der Rüssel aus dem Wasser schaut.
Die Stoßzähne sind im Grunde lange vordere Schneidezähne und dienen dem Graben nach Wasser, dem Entrinden von Bäumen sowie dem Imponiergehabe. Der Rüssel ist ursprünglich aus Oberlippe und Nase zusammengewachsen und besteht aus etwa 40.000 Muskeln. Er ist ein äußerst vielfältig nutzbares Organ und dient dem Atmen, Greifen und Trinken, Tasten und Riechen sowie als Verteidigungswaffe und Schnorchel beim Baden. Ein Rüssel kann fünf bis sieben Liter Wasser aufnehmen, so kann ein Elefantenbulle in fünf Minuten 200 Liter Wasser trinken. Am Ende des Rüssels hat er „Finger“ genannte Fortsätze, die er zum Greifen nutzt.
Elefanten erreichen ein Höchstalter von 60 bis 70 Jahren. Ihre tatsächliche Lebenserwartung ist durch ihre Backenzähne begrenzt: Zum Kauen nutzen sie nur die vorderen Backenzähne; sind diese abgenutzt, fallen sie aus und neue Zähne wachsen von hinten nach. Insgesamt sechs Mal kann ein Elefant neue Zähne bekommen, danach muss er verhungern.
Elefanten sind sehr soziale Tiere. Der Nachwuchs wird von der Herde gemeinsam großgezogen, sie helfen sich untereinander, kümmern sich um kranke und schwache Tiere und haben ein sehr gutes Gedächtnis. So meiden sie zum Beispiel Dörfer, in denen ein Herdenmitglied ums Leben gekommen ist. Sie gelten wie Affen und Delfine als sehr intelligent und sollen über ein Ichbewusstsein verfügen, da sie sich im Spiegel-Selbsterkennungstest selbst wiedererkennen können. So können sie auch zählen, leichte Additionsaufgaben lösen und sind sehr gelehrig. Bis zu zwanzig Befehle können die asiatischen Arbeitselefanten voneinander unterscheiden.
Elefanten verständigen sich nicht nur mit Trompetenlauten, sondern auch mit Grollen, Grunzen, Brüllen und Kreischen. Zu zwei Dritteln kommunizieren sie über Infraschalllaute, die wir nicht wahrnehmen können. Diese übertragen sie über die Luft oder das Erdreich.

Seit 1.400 Jahren gibt es keine Elefanten mehr nördlich der Sahara. Sie kommen hauptsächlich in Ost- und Südafrika vor, aber auch dort leben sie nicht mehr in freier Wildbahn, sondern fast nur noch in ausgewiesenen Nationalparks. Schätzungen gehen von 470.000 bis 690.000 Tieren aus.
Sie leben im Trockenwald, in der Savanne sowie der Halbwüste, solange es ausreichend Nahrung, Wasser und Schatten gibt.
Der Afrikanische Elefant ist der Größte der Elefanten. Seine Körpersilhouette zeigt den höchsten Punkt in den Schultern. Seine Ohren sind groß und männliche wie weibliche Tiere haben nach oben gebogene Stoßzähne. Am Rüsselende hat er zwei „Finger“.

Erst neuere genetische Untersuchungen erbrachten den Nachweis, dass der Waldelefant eine eigene Art und keine Unterart des Afrikanischen Elefanten ist.
Der Waldelefant lebt vorrangig im Regenwald des Kongobeckens in Zentralafrika. Er ist mit 2,80 Meter wesentlich kleiner als der Savannenelefant, auch sind seine Ohren etwas kleiner und runder. Das auffälligste Merkmal sind seine dünnen, nach unten gebogenen Stoßzähne.

Einst waren die Asiatischen Elefanten von China bis in den Irak verbreitet. Ihren Lebensraum bilden Graslandschaften, Wälder und Buschland. Heute leben noch 40.000 bis 50.000 Tiere in vereinzelten Populationen in freier Wildbahn in dreizehn Ländern. Für Thailand schwanken die Angaben zwischen 500 und 2000 freilebenden Elefanten, um 1900 waren es noch 200.000, 1950 immerhin noch 50.000 Tiere.
Es gibt drei anerkannte Unterarten, den Indischen-, den Sri-Lanka- und den Sumatra- Elefanten.
Die Asiatischen Elefanten sind kleiner als die Afrikanischen Elefanten und haben auch kleinere Ohren, die wie umgedrehte Dreiecke aussehen. Die höchste Erhebung ihrer Statur ist der Kopf. Ihr Rüssel hat einen „Finger“ zur Erfüllung ihrer feinmotorischen Aufgaben. Nur die Bullen tragen Stoßzähne, die ebenfalls kleiner als die der Afrikanischen Elefanten sind.

Alle Elefanten stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Die Hauptursachen dafür sind in Afrika wie auch in Asien die illegale Wilderei, um die besonders in China enorme Nachfrage nach Elfenbein zu befriedigen, sowie die Zerstörung ihres Lebensraumes. Vor allem in Asien leidet der Elefant unter dem nach wie vor großen Bevölkerungszuwachs und der damit verbundenen Umwandlung von natürlichen in landwirtschaftlich genutzte Flächen. Diese Konkurrenz führt allerorten zu vorher unbekannten Konflikten zwischen Mensch und Tier, in denen der Elefant immer unterliegt.
Seit 1989 gilt das Washingtoner Artenschutzabkommen CITES, Anhang 1. Das bedeutet, dass jeglicher Handel mit Elefanten und ihren Produkten untersagt ist. 1999 und 2008 wurden Südafrika, Simbabwe, Botswana und NamibiaAusnahmegenehmigungen für den Handel mit Elfenbein erteilt. Die Lockerung hat zu einer Zunahme der Wilderei und des Elfenbeinschmuggels in ungeahnte Höhen von bis zu 38.000 Tiertötungen pro Jahr geführt. Ein beschränkter Handel führt zu einer verstärkten Nachfrage nach Elfenbein und kann deshalb nicht die Lösung zum Schutz der Elefanten sein.
Auf der CITES-Konferenz 2013 in Bangkok wurde leider das beantragte totale Handelsverbot für Elfenbein nicht wieder eingeführt.

Eine Koalition aus führenden Wissenschaftlern, Umweltverbänden und Regierungsvertretern sieht den einzig effektiven Schutz für Elefanten nach wie vor in einem weltweiten Handelsverbot für Elfenbein. Zudem müsste ein Umdenken in den asiatischen Abnehmerländern stattfinden. Elfenbeinschmuck, Elfenbein in medizinischen und angeblich potenzsteigernden Produkten sowie die Nutzung von Elfenbeinpulver als Partydroge müssten eine breite gesellschaftliche Ächtung erfahren. Zudem bedürfte es einer weltweiten Allianz zum Schutz der Elefanten, welche die Staaten, in denen noch welche leben, aktiv finanziell unterstützt, um einen effektiven Schutz vor Wilderei zu garantieren und den Elefanten ausreichend Lebensraum zur Verfügung zu stellen.

Seit etwa 4000 v. Chr. wurden Elefanten in Asien gezähmt und als Arbeitstiere eingesetzt. Sie wurden vor allem für die Holzarbeit im Bergwald sowie als Reit- und Lasttiere genutzt, aber auch als Kriegselefanten. In Indien erfahren sie zudem religiöse Verehrung, in Thailand existiert ein Kult um die weißen Elefanten.
Die Elefanten wurden früher in freier Wildbahn gefangen und gezähmt, später gelang auch die Fortpflanzung in der Gefangenschaft.

In Thailand lebten um das Jahr 1900 noch etwa 100.00 Arbeitselefanten. Heute sind es noch geschätzte 4000 Arbeitstiere. In Nordthailand sind die Karen das einzige Volk, das mit Elefanten arbeitet. Unter den Thais hat sich die Tradition der Elefantenhaltung schon vor Jahrhunderten verloren. Sie kennen das Handwerk der Domestizierung und des Betreuens der Tiere nicht mehr.
Die Elefantenführer nennt man Mahout. Sie leben eng mit ihrem Elefanten zusammen, er ist sozusagen ein Familienmitglied. Das alte Wissen über den Umgang mit den Dickhäutern wird von Generation zu Generation weitergegeben. Die Mahouts reiten auf den Köpfen der Elefanten, lenken sie mit leichten Fußtritten, verbalen Befehlen und dem Elefantenstab. Die Elefanten kommen im Alter von drei bis fünf Jahren in so genannte Elefantenschulen, in denen die Tiere zielgerichtet für ihr Einsatzgebiet ausgebildet werden. Die Ausbildung dauert sieben Jahre.
Anfang des letzten Jahrhunderts war Thailand noch zu 70 Prozent mit Wald bedeckt, heute sind es nur noch 20 Prozent. Um diese letzten Reste Wald zu schützen, erließ die Regierung 1989 ein Waldrodungsverbot. Dieses notwendige Gesetz führte dazu, dass die Mahouts mit ihren Arbeitstieren arbeitslos wurden. Nun trotten sie mit den Elefanten durch die Städte, zeigen den Touristen Kunststücke und betteln. Das ist weder für die Mahouts noch für die Elefanten eine Lösung. Immer wieder werden sie von den Behörden vertrieben – nach nirgendwo. Die Existenz in den Städten ist für einen Elefanten kein Leben, sondern Misshandlung.
Um zu verhindern, dass die jahrtausendealte Kultur des Miteinanders von Elefant und Mensch und, damit verbunden, das tiefe Wissen und Verständnis um die Elefanten untergeht, gibt es in Thailand das staatliche National Elephant Institute in Lampang. Zum Center, das 1993 von der Forest Industry Organization (F.I.O.) gegründet wurde, gehören ein Elefantenhospital, eine mobile Elefantenklinik, eine Mahout-Schule, ein wissenschaftliches Forschungsinstitut, die Ställe der königlichen weißen Elefanten, eine Elefantenzucht sowie das Rehabilitation Center in Baan Pang Lah. Daneben gibt es etwa zwanzig weitere Elefantencamps, in denen die Betreuung der domestizierten Elefanten mit Tourismus kombiniert wird.

Touristen tragen somit indirekt zum Schutz der Elefanten und dem Erhalt der Tradition der Mahouts bei. In den Camps können sie den Tieren nahekommen; je nach Ausrichtung malen die Elefanten dort Bilder, musizieren in Bands oder stehen für Ausritte zur Verfügung. Ihr Dung wird zur Herstellung von Papier oder Biogas verwendet.
Einige der Camps versuchen, mit verantwortungsvollen Konzepten so naturnah wie möglich die traditionellen Werte und Vorstellungen der Menschen, die Elefanten besitzen, mit touristischen Touren zu vereinen. So werden die überlieferten Fertigkeiten bewahrt, während gleichzeitig den Tieren ein angenehmes Leben und ihren Besitzern ein gutes Einkommen gewährleistet wird.
Natürlich lässt sich dieses Dasein dennoch nicht mit dem hergebrachten Leben der Elefanten vergleichen. Es handelt sich bei ihnen um Wildtiere, die vom Menschen in ein Korsett der „Zivilisation“ gezwängt werden, das ihren Bedürfnissen in weiten Teilen widerspricht. Trotzdem stellen derartige Camps eine klare Verbesserung ihrer Situation dar, da sie ihren Schutz und ihre Versorgung garantieren. Deshalb bleibt zu hoffen, dass möglichst viele Reisende sie unterstützen und besuchen, denen das Wohlergehen der Elefanten am Herzen liegt.

Stand: Oktober 2013
Anmerkung: Die Informationen in diesem Glossar wurden mit größter Sorgfalt recherchiert. Sollte sich dennoch ein Fehler eingeschlichen haben oder inzwischen neue Erkenntnisse hinzugekommen sein, so wären wir dankbar, informiert zu werden.