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Der Biotologe Yann

… steuert durch den Sumpf

Der Biotologe Yann begibt sich in Gefahr! Die geheimnisvollen Sümpfe der Everglades sind Schauplatz seines vierten Abenteuers.

Hier bekommt er es nicht nur mit hilfreichen Reihern, Bussarden und Geiern zu tun, sondern auch mit hungrigen Krokodilen und giftigen Schlangen: Als er einem kleinen Delfin den Ball zurückbringen will, den er verloren hat.

Wird er sein Floß sicher an ihnen vorbei zum Meer steuern können – und dort die Freundschaft des Delfins gewinnen?

Schlange
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Jim Gramming in Florida

Yann erlebte auf seinen Reisen rund um den Globus an vom Klimawandel bedrohten Plätzen für ihn inszenierte Geschichten – und erweiterte sie mit seiner Vorstellungskraft und Kreativität spielerisch zu aufregenden Abenteuern zwischen Fantasie und Wirklichkeit.

Sein Bruder, der Fotograf Jim Gramming, hielt das Geschehen vor Ort mit viel Einfühlungsvermögen in einzigartigen Fotoserien fest. Mit zahllosen spontanen Motivideen erschufen die Reisenden so eine ganz besondere Bildwelt, die mit den erdachten Geschichten eine unverwechselbare Einheit bildet.

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Rezension der Arbeitsgemeinschaft für Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM):

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Quizspiele: Biotologe Yann … steuert durch den Sumpf

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Quizspiele1

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4. Abenteuer in Florida

Hardcover
Format: 28 x 24 cm
Seiten: 48
FSC zertifiziert, 100% Anteil Altpapier

Erscheinungstermin: 2012
ISBN: 978-3-944275-03-1
Preis: 14,50 €

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Florida

Einladungskarte Krokodil

Einladungskarten für jeden Anlass, ob zur Geburtstagsfeier, zum Sommerfest oder zum Fasching …
Mit den Biotologen Motiv Krokodil. Für alle  Liebhaber gefährlicher Krokodile!

Preis: 0,89 €

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Kroko

Glossar Everglades in Florida

Moewe
Delfin

Dieses Glossar ist für alle gedacht, die mit Kindern über den Lebensraum und die Lebensbedingungen der Robben und deren Freunden, sprechen möchten.

Yann ist ein Jahr lang an verschiedene Orte der Welt gereist. Daraus entstanden zwölf Geschichten. Die von ihm besuchten Landschaften sowie die dort lebenden Tiere und Menschen sind durch die Folgen des Klimawandels und die bedenkenlose Ausbeutung natürlicher Ressourcen in ihrer Existenz bedroht.

Das vierte Abenteuer spielt in den Everglades, einem faszinierenden subtropischen Feuchtgebiet in Florida, das als UNESCO Weltnaturerbe ausgezeichnet ist.

Florida

Die Everglades stellen das größte subtropische Feuchtgebiet der USA dar.

Als Everglades wurde ursprünglich ein Gebiet mit einem gemeinsamen Wasserhaushalt vom Lake Okeechobee in Zentralflorida bis zur Florida Bay bezeichnet.

Was auf dem ersten Blick wie ein großes Sumpfgebiet aussieht, ist in Wirklichkeit ein fast 100 Kilometer breiter Fluss, dessen Wasser mit einer Geschwindigkeit von einem Meter pro Stunde in südwestliche Richtung fließt. An den meisten Stellen ist das Wasser nicht mehr als knietief, häufig beträgt die Wassertiefe sogar nur wenige Zentimeter.

Die Natives bezeichneten die Everglades als „Pa-hay-Okee“, „Mit Gras bewachsenes Wasser“.

Der Name Everglades leitet sich von „forever“ und „glades“ ab, einem alten englischen Ausdruck, der offenes Grasland bedeutet.

Seit 5.000 Jahren sammelte sich das Wasser im südlichen Florida ab Orlando im Kissimmee River und floss in den Lake Okeechobee, bis dieser mit Wasser gefüllt war und über die Ufer trat. Da der Boden in Südflorida aus Kalkstein besteht, füllten sich die Hohlräume dieses Gesteins und bildeten einen riesigen Wasserspeicher, ein Aquifer. War dieser gesättigt, floss das Wasser oberflächlich ab. Das Wasser nahm seinen Lauf bis zur Biskayne Bay, der Florida Bay und den Ten Thousand Islands. Auf etwa 28.500 Quadratkilometern bildeten Wasser und Land, abhängig von der jeweiligen Höhenlage, ein Mosaik aus verschiedenen Lebensräumen. Dabei beträgt der Höhenunterschied in den Everglades maximal 2,5 Meter.

Von 1920 bis 1960 wurde durch wasserbauliche Maßnahmen der gesamte Wasserhaushalt Südfloridas nachhaltig gestört. Ziel dieser Projekte war die Landgewinnung für Siedlungs

zwecke und für die landwirtschaftliche Nutzung. Heute ist der Lake Okeechobee eingedeicht. Das gesamte Wasserregime wird über technische Bauwerke sowie eine Drainage- und ein Kanalsystem künstlich reguliert. Auch die Menge an Wasser, die an den Nationalpark abgegeben wird, ist künstlich gesteuert. Nur noch im Bereich des Everglades-Nationalparks und des Big Cypress National Reserve, also auf nur noch einem Zehntel der ursprünglichen Fläche, kann das Wasser seinen natürlichen Lauf nehmen.

Das Klima ist subtropisch mit einer Trockenzeit von Dezember bis Anfang Mai und einer daran anschließenden Regenzeit. In der Regenzeit wird Florida regelmäßig von Hurrikanen heimgesucht.

Hardwood hammock – Hartholzwälder: Auf leicht erhöhten Flächen, die äußerst selten unter Wasser stehen, gedeihen eine Reihe von Hartholzbäumen. Zur Baumschicht gehören unter anderem der Mahagoni und die Sabal-Palme, der Wappenbaum des Staates Florida.

Pineland – Kiefernwälder: An Bäumen wächst in diesem Lebensraum fast ausschließlich die Süd-Florida-Sumpfkiefer, die direkt im anstehenden Kalkstein wurzelt. In der Krautschicht findet sich eine einmalige Flora. Die meisten Pflanzen sind auf regelmäßige Feuer angewiesen oder haben sich daran angepasst.

Mangrovenwälder: Dieser Lebensraum liegt im Bereich der Gezeiten und ist gekennzeichnet durch die Vermischung des Süßwassers mit dem Salzwasser. Die Everglades beherbergen den größten zusammenhängenden geschützten Mangrovenwald der Welt.

Coastal Lowlands – Küstenniederung: Als Küstenniederung wird der Bereich zwischen den gezeitenbeeinflussten Schlickflächen und den etwas höherliegenden trockenen Gebieten bezeichnet.

Freshwater slough – Süßwasserrinnen: Süßwasserrinnen sind sumpfige, sehr niedrig liegende Gebiete, die das ganze Jahr über Wasser führen. Diese Rinnen stellen die natürlichen Hauptadern des Wasserabflusses vom Lake Okeechobee dar. In den Trockenmonaten konzentrieren sich an und in diesen Rinnen viele Tiere.

Freshwater marl prairie – Süßwasser Mergelgrasland: Dieser Lebensraum, der große Teile der Everglades einnimmt, grenzt zumeist an die tieferen Süßwasserrinnen. Das Mergelgrasland ist nur relativ kurz überschwemmt und beherbergt eine mannigfaltige Flora. Besonders typisch ist das Saw-grass, die Binsenschneide, ein Sauergras. Ein dichter Mix aus Algen, Bakterien und totem organischen Material, dem sogenannten Periphyton, überzieht die meisten unter der Wasseroberfläche liegenden Oberflächen. Dieses Periphyton stellt eine wichtige Nahrung für wirbellose Tiere, Kaulquappen und kleine Fische dar und bildet damit die Basis einer der bedeutendsten Nahrungsketten in den Everglades. Als Mergel wird der Boden bezeichnet, der in einer dünnen Schicht auf dem Kalkstein liegt.

Sumpfzypressenwälder: Die Sumpfzypressen sind Nadelbäume, die auch im stehenden Süßwasser gedeihen können.

Auf den Zypressen wachsen viele Pflanzen, sogenannte Epiphyten, zum Beispiel Orchideen, Bromelien und Farne.

Marine and Estuarine – offenes Meer und Ästuare: Als Ästuar wird ein Wasserkörper an der Mündung eines Flusses bezeichnet. Dort vermischen sich Süß- und Salzwasser. In den Meeresgebieten sind die Seegraswiesen sowie die Korallenriffe von besonderer Bedeutung.

Der Park beherbergt mehr als 40 Säugetierarten, darunter auch den Florida Panther, Seekühe und den Großen Tümmler.

Der Große Tümmler ist eine Delfinart, die in allen Weltmeeren vorkommt. Er kann bis zu vier Meter groß und bis zu 300 Kilogramm schwer werden. Seine Hauptnahrung sind kleine Fische. Große Tümmler leben in engen sozialen Verbänden, den Schulen, zusammen. Sie kommunizieren untereinander mit verschiedenen akustischen Signalen. Häufig trifft man sie in Küstennähe an. Sie sind sehr lernfähig und spielfreudig.

Über 350 Vogelarten konnten bisher in den Everglades gesichtet werden. Dazu zählen viele Wasser- und Watvögel wie Reiher, Ibisse, Sichler, Pelikane und der Schlangenhalsvogel. Zu diesen Watvögeln gehört auch der weiße Silberreiher, der in den Everglades allgegenwärtig ist. Für den Schutz der Watvögel besitzen die Everglades eine besondere Bedeutung, sind doch die Bestände seit Anfang des 20. Jahrhunderts in Florida um über 90 Prozent zurückgegangen.

Berühmt sind die Everglades für ihre Reptilien. Mehr als 50 Reptilienarten konnten bisher in den Everglades nachgewiesen werden. Die Everglades sind der einzige Ort der Welt, an dem Alligatoren und Krokodile gemeinsam vorkommen. Beide gehören zur Ordnung der Krokodile. Umgangssprachlich wird bei beiden von Krokodilen gesprochen. So trifft auch Yann auf seiner Reise hauptsächlich Alligatoren.

Der Mississippi-Alligator lebt in den Everglades an der südlichen Verbreitungsgrenze seines Vorkommens. Man findet ihn überwiegend im Süßwasser. Er kann aber zeitweise auch Salzwasser tolerieren. Die Alligatoren können bis zu vier Meter groß werden. Alligatoren graben sich aktiv sogenannte Alligatoren-Löcher. Dazu suchen sie sich Vertiefungen im Gestein, die sie vom Substrat und Pflanzenwuchs befreien. In den so geschaffenen Löchern verbringen sie die Trockenzeit oder Perioden mit niedrigeren Temperaturen. Diese Löcher besitzen eine große ökologische Funktion. Sie führen in der Trockenzeit länger Wasser, sodass sie als Rückzuggebiete für Wasserorganismen in der trockenen Jahreszeit dienen. Dort konzentrieren sich auch Fische, Wasservögel und Säugetiere, die die Alligatoren wieder als Nahrung nutzen. Generell kommunizieren Alligatoren sehr viel. Sie nutzen dabei hauptsächlich ein großes Repertoire an akustischen Signalen. Seit dem Verbot der Jagd haben sich die Bestände in den Everglades stabilisiert. Außerhalb des Nationalparks ist jedoch nach wie vor ein Rückgang zu verzeichnen.

Der Mississippi-Alligator ist in den Everglades erheblich zahlreicher vertreten als das Spitzkrokodil. Im Gegensatz zum Mississippi-Alligator lebt das Spitzkrokodil am nördlichen Ende seines Verbreitungsgebietes. Die Augen, die Ohren und die Nasenöffnungen sind so angeordnet, dass sie sehen, hören und atmen können, obwohl der gesamte übrige Körper untergetaucht ist. Spitzkrokodile können über sechs Meter groß werden und leben im Salzwasser. Sie fressen alles, was sich bewegt. Angriffe auf Menschen sind trotzdem ausgesprochen selten, da die Tiere über eine natürliche Scheu verfügen. Die Population der Spitzkrokodile in den Everglades hat sich aufgrund intensiver Schutzmaßnahmen gefestigt.

Alle Krokodile sind wechselwarm. Das heißt, dass ihre Körpertemperatur abhängig von der Außentemperatur ist. So dient das häufig zu beobachtende Liegen mit offener Schnauze der Temperaturregulation.

Die Alligatoren bauen Nester. Die Krokodile graben Bruthöhlen. Die Brutbereiche beider Arten müssen Schutz vor Überschwemmung bieten, da die Eier absterben, wenn sie länger als ca. 12 Stunden unter Wasser liegen. Das Ausbrüten der Eier wird der Sonne überlassen. Ausschlaggebend für die Ausbildung des Geschlechts sind die herrschenden Temperaturen. Alligatorenmütter bewachen und verteidigen ihr Nest. Die Jungtiere haben eine mindestens einjährige enge Beziehung zur Mutter. Die Spitzkrokodile bewachen ihr Nest nicht, kehren aber zurück, um ihren Jungen beim Schlupf zu helfen. Innerhalb von ein bis zwei Tagen nach der Geburt verlassen sie ihre Jungen wieder, sodass diese auf sich allein gestellt sind.

Als wassergeprägte Landschaft sind die Everglades auch ein Eldorado für Fische. Annähernd 300 Salz- und Süßwasserfischarten leben in den Everglades. Die Mangrovenwälder und die Florida Bay sind wichtige Reproduktionsgebiete für viele, auch wirtschaftlich genutzte Fisch- und Krebsarten.

Neben den vielen großen, auffälligen Tieren leben aber noch viel mehr kleine, häufig übersehene Tiere wie Spinnen oder Käfer in den Everglades. Insektenarten machen etwa 95 Prozent aller in den Everglades vorkommenden Tierarten aus.

Zu einem großen Problem für die heimische Fauna und Flora haben sich eingeschleppte Arten entwickelt, die sich invasiv ausbreiten. Zu den problematischsten gehört unter anderem die Tiger-Python, eine aus Asien stammende Riesenschlange. Sie tauchte das erste Mal vor ca. 30 Jahren in den Everglades auf. Dabei handelte es sich um ausgesetzte Heimtiere.

In einem geeigneten Lebensraum sind Tiger-Pythons sehr fortpflanzungsfreudig. Mittlerweile wird die Anzahl der Tiere auf ca. 10.000 Exemplare geschätzt. Tiger-Pythons sind für einen teilweise dramatischen Rückgang bei Vögeln und Säugetieren verantwortlich. So sanken die Bestände von Waschbär, Rotluchs und Opossum seit Auftreten der Python um 90 Prozent.

Invasive Arten können, wie der erste fallende Stein in einem Dominosystem, ein ganzes Ökosystem zerstören. Mit großem Aufwand wird versucht, die Ausbreitung dieser Arten zu verhindern.

Die jährlichen Kosten bzw. Schäden durch invasive Arten werden in den USA in einigen Studien auf weit über 100 Milliarden Dollar jährlich geschätzt.

Die Landwirtschaft im Bereich der ehemaligen Everglades wird sehr intensiv betrieben. Dazu gehört eine umfassende Bewässerung und ein starker Einsatz von Dünge- sowie Pflanzenschutzmitteln.

Südflorida gehört zu den sich am schnellsten entwickelnden Regionen der USA. Dadurch wächst der Bedarf an Trink- und Brauchwasser rasant und die Mengen an Abwasser und Abfall erhöhen sich entsprechend. Die über das Wasser oder die Luft herangeführten Stoffe reichern sich in den traditionell sehr nähr- und fremdstoffarmen Everglades an. Sie führen zu teilweise irreversiblen Schäden im sensiblen Ökosystem.

Mitte des 20. Jahrhunderts drohten die Everglades auszutrocknen. In der Folge verwüsteten große Feuer insbesondere die Hartholzbereiche. Intensive Bemühungen zum Schutz dieser einzigartigen Landschaft führten 1947 zur Ausrufung des Everglades-Nationalparks.

Heute umfasst der Everglades-Nationalpark, der gleichzeitig den Status eines Feuchtgebiets von internationaler Bedeutung und eines UNESCO-Biosphärenreservats besitzt, 6.104 Quadratkilometer. Er war der erste Nationalpark in den USA, der aufgrund seiner biologischen Vielfalt, der Biodiversität, ausgerufen wurde.

Mit der Zeit wurde die Bedeutung des Ökosystems sowie der Einzigartigkeit der Landschaft und ihrer Bewohner zunehmend als Wert erkannt. So hat der Staat Florida im Jahr 2008 für 1,5 Milliarden US-Dollar Flächen aufgekauft, die jetzt wiedervernässt werden und als Wasserreservoir dienen sollen. Es existiert ein Masterplan, nach dem das ursprüngliche natürliche System so weit wie möglich wiederhergestellt werden soll.

Es bleibt zu hoffen, dass dieses Ziel realisiert wird, dass die Everglades und ähnliche Naturreservate gerettet werden können. Ein nachhaltiger Umgang mit der Lebensgrundlage Wasser kann ihre Zukunft möglich machen.

Stand: Oktober 2013
Anmerkung: Die Informationen in diesem Glossar wurden mit größter Sorgfalt recherchiert. Sollte sich dennoch ein Fehler eingeschlichen haben oder inzwischen neue Erkenntnisse hinzugekommen sein, so wären wir dankbar, informiert zu werden.