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Der Biotologe Yann

… paddelt für das Robbenkind!

In seinem dritten Abenteuer fährt der Biotologe Yann mit dem Kanu „T’Soukee Princess“ durch den Pazifik, als er plötzlich ein leises Jammern hört: Auf einem Felsen im Meer liegt ein trauriges kleines Robbenkind, das von seinen Eltern verlassen wurde.

Sofort paddelt Yann los, um sie aufzuspüren. Er befragt Krabben, Seeotter und Anemonen, bis ihm ein Seelöwe rät, den Adler um Hilfe zu bitten. Können sie das Robbenkind wieder glücklich machen?

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Yann erlebte auf seinen Reisen rund um den Globus an vom Klimawandel bedrohten Plätzen für ihn inszenierte Geschichten – und erweiterte sie mit seiner Vorstellungskraft und Kreativität spielerisch zu aufregenden Abenteuern zwischen Fantasie und Wirklichkeit.

Sein Bruder, der Fotograf Jim Gramming, hielt das Geschehen vor Ort mit viel Einfühlungsvermögen in einzigartigen Fotoserien fest. Mit zahllosen spontanen Motivideen erschufen die Reisenden so eine ganz besondere Bildwelt, die mit den erdachten Geschichten eine unverwechselbare Einheit bildet.

2. Kamera, Agnes Gramming-Steinland

Rezension der Arbeitsgemeinschaft für Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM):

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Details

Der Biotologe Yann ... paddelt für das Robbenkind

Hardcover
Format: 28 x 24 cm
Seiten: 48
FSC zertifiziert, 100% Anteil Altpapier

Erscheinungstermin: 15.10.2012
ISBN: 978-3-944275-02-4
Preis: 14,50 €

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Glossar British Columbia in Kanada

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Dieses Glossar ist für alle gedacht, die mit Kindern über den Lebensraum und die Lebensbedingungen der Wölfe und deren Freunden, sprechen möchten.

Yann reiste ein Jahr lang an verschiedene Orte. Daraus entstanden 12 Geschichten. Die von ihm bereisten Landschaften und die dort lebenden Tiere oder Menschen sind durch die Folgen des Klimawandels, rücksichtslose Ausbeutung von Ressourcen, Ignoranz und Intoleranz gefährdet.

Viele der Orte gehören zu den von der UNESCO als Weltnaturerbe ausgezeichneten Stätten.

Das zweite Abenteuer spielt an der kanadischen Pazifikküste, wo die letzten großen Regenwälder der gemäßigten Klimazone stehen.

3. Abenteuer in Kanada

British Columbia ist die westlichste Provinz Kanadas Sie grenzt im Westen an den pazifischen Ozean, im Nordwesten an den USA Bundesstaat Alaska, im Norden an die kanadischen Provinzen Yukon und Northwest Territories, im Osten an die Provinz Alberta und im Süden an die US-Bundesstaaten Montana, Idaho und Washington. Die Hauptstadt ist Victoria, die größte Stadt Vancouver.

Die Fläche British Columbias beträgt ca. 945.000 Quadratkilometer und ist damit mehr als 2,5 Mal so groß wie Deutschland. Fast die Hälfte der Fläche ist davon heute noch mit Wald bedeckt. In der Provinz leben etwa 4,5 Millionen Menschen. Das entspricht knapp 4,8 Menschen pro Quadratkilometer.

British Columbia ist sehr stark durch die Holzindustrie und den Bergbau sowie die Rohstoffverarbeitung und die Fischerei geprägt. Die Provinz liefert Holz für ca. ein Drittel des weltweiten Nadelholzverbrauchs.

Die Provinz unterteilt sich landschaftlich in das Küstengebirge, das zentrale Hochland und die Gebirgszüge der östlichen Rocky Mountains. Etwa 50 Prozent der Landesfläche liegt über 1.300 Metern. Die höchste Erhebung ist mit 4.663 Metern der Mount Fairweather.

Besonders prägnant ist die ca. 7.000 Kilometer lange Küstenlinie mit etwa 6.000 zum größten Teil unbewohnten Inseln, vielen Fjorden und ihrem Küstenregenwald.

Wer kennt sie nicht, die tropischen Regenwälder mit ihrem üppigen, undurchdringlichen Grün, den Baumriesen und ihrer Artenvielfalt.

Dass aber auch Regenwälder außerhalb der Tropen, in der gemäßigten Klimazone existieren, ist weniger bekannt. Eine der Gründe für die geringe Bekanntheit liegt darin, dass ihr Vorkommen weltweit auf 30 – 40 Millionen Hektar und damit auf lediglich

0,2 % der Landfläche der gesamten Erde begrenzt ist. Damit handelt es sich um einen der seltensten, kostbarsten,  faszinierendsten und am meisten gefährdeten Lebensräume auf unserer Welt.

Diese Regenwälder können sich überall in den gemäßigten Breiten entwickeln, wo die jährliche Niederschlagsmenge 2.000 mm übersteigt sowie eine langfristige, störungsfreie Entwicklung möglich ist.

Diese Bedingungen finden sich hauptsächlich in Küstengebieten mit einem Küstengebirge.

Ursprünglich kamen sie entlang der Pazifikküste Nordamerikas von Nordkalifornien über Oregon, Washington, British Columbia bis nach Südostalaska, der Pazifikküste im Süden Chiles, einer kleinen Region in Argentinien, Brasilien , Südafrika, Australien, Neuseeland, Südchina, Taiwan, Korea, Japan, Türkei, Georgien, Iran, Aserbaidschan und auch in Europa in Irland, Großbritannien, Spanien und Norwegen vor.

Mit den Bildern des üppigen tropischen Regnwaldes im Gedächtnis, kann man kaum glauben, dass die Biomasse der gemäßigten Regenwälder zum Teil erheblich größer ist. Während der tropische Regenwald durchschnittlich auf 1.100 Tonnen pro Hektar Biomasse kommt, kann der Regenwald der gemäßigten Breiten über 2.000 Tonnen pro Hektar erreichen. Das bedeutet die höchste Akkumulation von Biomasse in einem terrestrischen Lebensraum.

Die Wälder befinden sich in einem dynamischen Gleichgewicht und stellen gewaltige Kohlendioxiddeponien dar.

Als wichtigste Wasserquelle für die Regenwälder in British Columbia fungiert der pazifische Ozean.

Über ihm verdunsten riesige Wassermengen und der Westwind treibt die feuchtigkeitsgesättigten Luftmassen vom Meer auf das Land. Dort stauen sich die Wolken am steilen Küstengebirge und regnen ab. Auf Vancouver Island fallen etwa 3.000 mm Niederschlag pro Jahr. Das bedeutet eine Niederschlagsmenge von 3.000 Litern oder 3 Kubikmetern pro Quadratmeter im Jahr. Das entspricht mehr als sechsmal dessen, was Berlin jährlich als Niederschlag zu verzeichnen hat.

British Columbia liegt im Bereich der gemäßigten Zone bzw. des gemäßigte Klimas. Die Gemäßigte Zone ist gekennzeichnet durch eine Mitteltemperatur des wärmsten Monats über 10 °C sowie einer Jahresdurchschnittstemperatur unter 20 °C.

Der ozeanische Einfluss mildert die Temperaturen im Winter und dämpft sie im Sommer.  In den Wintern fällt das Thermometer selten unter 0 °C, Schnee stellt eine Rarität dar, in den Sommern übersteigen die Temperaturen kaum einmal 25 °C.

Durch die kalten Meeresströmungen kommt es in den Küstenregenwäldern häufig zur Ausbildung von Nebel.

Die Regenwälder British Columbias sind hoch komplexe Ökosysteme in denen Land- und Wasserlebensräume ineinander übergehen. Innerhalb der Wasserlebensräume existiert ein fließender Übergang zwischen Süßwasser- und Salzwassersystemen.

Neben den Baumriesen finden sich überall Moose und Flechten, die alles bedecken. Umgestürzte Bäume in einem unterschiedlichen Zersetzungsstadien sowie eine üppige Kraut- und Strauchschicht machen die Regenwälder zu einer kaum durchdringbaren, phantastischen Wildnis. Überall begegnet man Wasser, als Nebel, als feinem Nieselregen, als Quelle, aus der einmal ein Fluss wird, der in den Ozean fließt.

Erst in den letzten Jahren begannen intensivere ökologische Untersuchungen sowie ein Inventarisierung der Arten. Insofern befinden wir uns noch ganz am Anfang des Verständnisses für die ökologischen Zusammenhänge in diesem System. Ein zentrales und alle Lebensräume verbindendes Element stellen die verschiedenen Lachsarten dar. Unter den dort ansässigen Natives heißt es: Der Lachs kommt von den Bäumen und die Bäume kommen vom Lachs. Speziell die großen Bäume entlang der Flüsse werden auch „Lachsbäume“ genannt. Was hat es damit auf sich? Ein Braunbär fängt pro Lachssaison etwa 700 Lachse und trägt sie auf das Land. Auch Adler und Wölfe erbeuten große Mengen Lachs, die sie in den Wald transportieren. Die nicht von den großen Räubern gefressenen Fischteile werden von anderen Tieren, Möwen, Ameisen usw. genutzt und damit weiter verteilt. So konnten bis zu 4.000 kg Lachs pro Hektar Waldboden nachgewiesen worden. Bei der Zersetzung dieses Lachses werden Nährstoffe frei, die die Pflanzen für ihr Wachstum nutzen können.  Diese optimale Nährstoffversorgung in Verbindung mit einer permanenten Verfügbarkeit von Wasser und einer jahrtausendlangen, von Störungen wie Waldbränden, starken Schneefällen, etc. freien Entwicklung ist die Grundlage für die Existenz dieses Waldes und dieser Baumgiganten.

Der Küstenregenwald ist in allen seinen Teilen faszinierend, aber im wahrsten Sinne überragend präsentiert sich die Baumschicht. Sie beherbergt zwar nur etwa 30 verschiedene Baumarten, jedoch gehören dazu die höchsten Bäume der Erde. Die Baumart, die die höchsten Einzelexemplare hervorbringt, ist der Küstenmammutbaum, der in den USA Redwood genannt wird. Als höchster Baum gilt ein Küstenmammutbaum im Redwood National Park mit einer fast unvorstellbaren Größe von annähernd 120 Metern. Diese Baumart ist auf die etwas trockneren Varianten des gemäßigten Regenwaldes im Nordwesten der USA beschränkt und kommt unter den feuchteren und kälteren Bedingungen in British Columbia nicht mehr vor.

Im Südwesten von British Columbia dominiert die Sitkafichte, der Riesenlebensbaum, die Westliche Hemlocktanne  sowie die Küstendouglasie.  Daneben findet sich auch die Purpurtanne sowie die Nootka –Scheinzypresse  und die Küsten- oder Drehkiefer.  Nach Norden zu endet zuerst das Verbreitungsgebiet der Douglasie und dann der Purpurtanne. Hinzu kommt in diesen Bereichen die Berg – Hemlocktanne.

Auch diese Bäume können gewaltige Höhen und Durchmesser sowie ein Alter erreichen, welches einem Methusalem zu Ehren gereichen würde.

Sitkafichten wachsen, bei einem Durchmesser in Brusthöhe von gut zwei Metern, bis in eine Höhe von 100 Metern. Als Höchstalter wurde bisher 1350 Jahre nachgewiesen.

Die Küstendouglasie erreicht vergleichbare Größen sowie ein ähnliches Alter.

Mit 70 Metern nicht ganz so hoch, aber dicker und älter wird der Riesenlebensbaum. Durchmesser von 6,50 Metern bei einem Umfang von fast 20 Metern sowie ein Alter von 3.000 Jahren stellen keine Seltenheit dar.

Für die Hemlocktannen sind bisher eine Höhe von bis zu 75 Metern sowie ein Alter von 1.200 Jahren nachgewiesen.

Eine Besonderheit der nordostpazifischen Regenwälder gegenüber dem tropischen Regenwald und auch den anderen Regenwäldern der gemäßigten Zone stellt die absolute Dominanz von Nadelbäumen dar. Laubbäume spielen nur eine untergeordnete Rolle. Sie sind an die trockenen Sommer im Süden sowie die kurzen und feuchten Sommer sowie die kälteren Temperaturen im Norden schlechter als die Nadelbäume angepasst. Ihre Blätter besitzen nur für eine kurze Zeit des Jahres die Chance, sich zu entfalten. Damit sind sie gegenüber den immergrünen Nadelbäumen, die das ganze Jahr über Licht einfangen und Photosynthese betreiben können, in einem klaren Nachteil.

Spuren der Besiedlung reichen bis in die Steinzeit zurück. Die amerikanischen Ureinwohner, wie zum Beispiel die Tlingit, die Tsimshian, die Nuxalk oder die Haida haben schon immer in und mit dem Regenwald gelebt. Sie glaubten, dass alle Lebewesen insbesondere auch die Bäume und Dinge beseelt sind. Deshalb besitzen sie großen Respekt vor der Natur, den Pflanzen und den Tieren. Wenn sie diese genutzt haben, ging das häufig einher mit spirituellen Handlungen.

Viele Mythen ranken sich um den Wald und seine Bewohnen und sind verwoben mit der eigenen Herkunftsgeschichte.

Über die Herkunft der Lachse wird zum Beispiel folgende Legende erzählt: Der Rabe und die Nebelfrau – Fog Woman – waren verheiratet. Der Rabe trennte die Nacht und den Tag. Er stahl die Sonne, den Mond und die Sterne und brachte sie zur Erde, so dass es Licht wurde.

Die Nebelfrau schuf den Lachs, indem sie sich das Haar kämmte und die Lachse herausfielen oder sie ihre Finger in das Wasser hielt und schenkte ihm den Raben. Doch dann begann der Rabe, sie schlecht zu behandeln. So verließ die Nebelfrau ihn in Richtung des Meeres und nahm alle Lachse mit. Der Rabe versuchte sie zu fangen, aber sie schlüpfte ihm immer wieder durch die Federn. Später erbarmte sich die Nebelfrau und gestattete den Lachsen, einmal im Jahr zurückzukehren.

Eine andere Legende setzt den Wolf als guten und weisen Schöpfer in den Mittelpunkt der Schöpfungsgeschichte.

Obwohl British Columbia nur 10 % der Fläche Kanadas ausmacht, beherbergt es doch

74 % aller an Land lebenden Säugetierarten sowie 70 % aller Brutvogelarten Kanadas. Daran besitzen die Regenwälder des Landes einen erheblichen Anteil.

Zu den Säugetieren gehören unter anderem die großen Predatoren Puma, Grizzlybär, Schwarzbär, darunter die seltene als Kermodebär bzw. White Spirit Bear bezeichnete weiße Form, Luchs und der Grauwolf.

Vancouver Island ist die Region mit der weltweit höchsten Besiedlungsdichte durch den Puma. Über 50 % des gesamten Grizzly-Bestands Kanadas lebt in British Columbia.

Der Wolf ist die weltweit am weitesten verbreitete Raubtierart. Von allen wildlebenden Hundsartigen erreicht er mit einer Kopf – Rumpflänge von bis zu 150 cm zuzüglich Schwanz die größte Körpergröße. Unter seinen Sinnen ist der Geruchssinn, er kann auf 2,5 km ein Beutetier wittern sowie der Hörsinn am stärksten entwickelt. Nach … Jahren geschlechtsreif können sie alle zwei Jahre Junge gebären. Wölfe besitzen ein ausgeprägtes Sozialverhalten welches durch eine intensive Kommunikation begleitet wird. Sie leben und jagen in Rudeln. Diese stellen vor allem Familienverbände aus dem Elternpaar sowie dem Nachwuchs der letzten beiden Jahre dar. Je nach Dichte der Beutetiere sind die Reviere unterschiedlich groß. Wölfe sind viel in Bewegung. Täglich wird etwa ein Zehntel des Reviers durchwandert.

Dabei können sie stundenlang mit einer Geschwindigkeit von 9 km/h laufen und erreiche Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 70 km/h.

Legendär ist die Stärke seines Gebisses. Damit kann er mühelos Knochen durchbeißen.

Keine andere Tierart steht besser für die Verbindung von Süßwasser und Meerwasser sowie von Land- und Wasserlebensräumen als der Lachs.

Wer kennt sie nicht, die Bilder von den Lachsen, die zum Teil in riesigen Schwärmen die Flüsse hinauf ziehen und dabei zum Teil unglaubliche Hindernisse überwinden.

Dabei handelt es sich in British Columbia nicht um eine einzelne Art, sondern um mehrere Arten.

Dazu gehören der Buckellachs, der Keta- oder Hundslachs, der Königslachs, der Rotlachs und der Silberlachs.

Der Buckellachs entwickelt seinen charakteristischen Buckel, wenn er zum Laichen aufsteigt.

Der Hundslachs soll seinen Namen von den Ureinwohnern erhalten haben, die das Fleisch nicht besonders schätzten und damit ihre Hunde fütterten.

Der Königslachs ist der größte Vertreter der Lachse. Seine Durchschnittsgröße liegt bei 80 – 100 cm, kann aber auch bis zu 150 cm erreichen.

Der Name des Rotlachs nimmt Bezug auf die leuchtend rote Farbe des Körpers, wenn sie zum Laichen in die Flüsse ziehen.

Der Silberlachs gilt als der akrobatischste von allen.

Allen Lachsen gemein ist, dass sie zu den Wanderfischen gehören. Sie laichen in Flüssen, sehr selten in Seen und ziehen dann nach einer von Art zu Art variierenden Entwicklungszeit in das Meer. Dort leben sie auch wieder artabhängig eine unterschiedliche Zeit bevor sie zum Laichen wieder in die Flüsse aufsteigen. Dabei finden sie zielsicher an den Ort zurück, an dem sie geboren sind. Nach dem Laichen sterben sie ab und bilden so die Ernährungsgrundlage für ihren eigenen Nachwuchs, viele andere Tierarten und darüber hinaus für das gesamte Ökosystem.

Neben den eigentlichen Lachsen gehören zu den Wanderfischen noch zwei nahe verwandte Arten, der Weißlachs sowie eine als Stahlkopfforelle bezeichnete Wanderform der Regenbogenforelle. Beide Arten sterben allerdings nicht nach dem Laichen ab, sondern können mehrfach zur Eiablage in die Flüsse aufsteigen.

Der Weißkopfseeadler ist wohl der imposanteste Vogel des Regenwaldes. Ausschließlich auf den Regenwald angewiesen sind der Marmelalk sowie der Fleckenkauz. Sie sind in besonderem Maße an die Bedingungen dieses Lebensraumes angepasst.

Alke stellen eine Gruppe von Meeresvögeln dar.  In seiner Verwandtschaft ist er in Nordamerika der einzige baumbrütende Vertreter. Seine Nester legt er auf den Ästen der Urwaldriesen im Durchschnitt knapp 20 km vom Ufer an. Seine Existenz und die Populationsdichte hängen direkt von dem Vorhandensein dieser riesigen Bäume ab.

Auch der Fleckenkauz ist auf ursprüngliche Waldbestände mit über 200 Jahre alten Bäumen hier in Verbindung mit einer hohen Dichte an Kleinsäugern angewiesen.

Lange Zeit ging man davon aus, dass die gemäßigten Regenwälder Nordwestamerikas relativ artenarm sind. Insbesondere der Kronenraum  der Bäume, der in den tropischen Regenwäldern die größte Artenfülle beherbergt wurde als relativ schwach besiedelt angesehen.

Neuere Untersuchungen haben erbracht, dass sich auf einem Quadratmeter Waldboden bis zu 160.000 wirbellose Tiere und Millionen von Einzellern und Bakterien tummeln. Bei systematischen Untersuchungen in einem Regenwaldgebiet wurden 15.000 Arten von wirbellosen Tieren auf dem Waldboden festgestellt, von denen allein 500 bis dahin unbekannt waren.

Auch der Baumkronenbereich braucht sich in seiner Artenzahl und Individuendichte nicht hinter dem tropischen Regenwald verstecken.

Mittlerweile sind bereits weltweit über 65 % der ursprünglichen gemäßigten Regenwälder durch Abholzung unwiederbringlich verloren.

Auch in British Columbia sind inzwischen über 65 % des gesamten Regenwaldes abgeholzt. Seit 1950 hat sich der Holzeinschlag von 22 Millionen Kubikmeter auf 80 Millionen Kubikmeter erhöht. Damit liegt man weit über den Einschlagsmengen, mit denen eine nachhaltige Bewirtschaftung möglich wäre. Der Kahlschlag, das sogenannte clear cutting, gilt nach wie vor als ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Praxis. Nach den verschwommenen Regeln in Kanada erhalten im Kahlschlagverfahren abgeholzte Hölzer aus Regenwäldern eine FSC – Zertifizierung.

Die kanadische Regierung verramscht die Lizenzen über das Abholzen riesiger Gebiete an internationale Großkonzerne. Geradezu Lizenzen zum Gelddrucken stellen die Tree farm Lizenzen dar. Diese ermöglichen den Besitzern die Abholzung des ursprünglichen Waldes und die Wiederaufforstung sowie plantagenmäßige Nutzung der Flächen mit wenigen wirtschaftlich wertvollen Hölzern oder häufig sogar nur mit eine Baumart in Monokultur. Aus einem natürlichen Ökosystem im dynamischen Gleichgewicht wird ein künstliches System, welches nur durch einen extremen Energieeintrag von außen einen Ertrag erbringen kann. Es geht um riesige Profite, wodurch auch der Korruption bei den Lizenzvergaben Tür und Tor geöffnet werden. Klein- und mittelständische regionale Unternehmen werden in diesen Verfahren benachteiligt und besitzen keine Chancen. Das Holz wird zum überwiegenden Teil nicht in Kanada verarbeitet bzw. genutzt. Die Abholzung erfolgt im industriellen Großmaßstab mit einem Einsatz riesiger Maschinen und geringstem Personaleinsatz. Besitzrechte der kanadischen Ureinwohner werden bis heute missachtet. Die Forstindustrie ist auf Kosten der Menschen, der Arbeitsplätze, der Regenwälder und seiner Bewohner sowie der Nachhaltigkeit auf maximale Profitgenerierung ausgelegt.

Die Kahlschlagwirtschaft ist mit weiteren negativen sekundären Folgen verbunden. Die Landschaft wird durch die Erschließungsstrassen zerschnitten. Die riesigen abgeholzten Flächen besitzen eine negative Auswirkung auf das Klima. Die Wasserspeicherung und Verdunstung entfallen und damit wesentliche Komponenten des Wasserkreislaufs. Es kommt zu Austrocknungen. Die Schutzwirkung des Waldes entfällt. Dadurch wird der fruchtbare Oberboden bei Starkregenereignissen abgeschwemmt. Es kommt zu gravierenden Erosionen. Sedimente und Nährstoffe werden in die Flüsse eingespült und führen zu irreversiblen Veränderungen der Flüsse. Starkregenereignisse können nicht mehr abgeschwächt werden und führen in den Flüssen zu kurzfristig extrem beschleunigten Abflüssen. In diesen starken Strömungen wird der Aufstieg der Lachse erschwert und die Brut kann ausgespült werden. Der Wald verliert seine Habitatfunktion. Selbst wenn der Aufstieg der Lachse noch erfolgt, so fehlen die Predatoren, die den Lachs und damit die Nährstoffe auf der Fläche verteilen.

Auch der illegale Holzeinschlag in geschützten Gebieten stellt ein großes Problem dar. Wenig Kontrollen und geringe Strafen begünstigen diese illegalen Methoden.

Die Fischerei hat immer wieder zu einer Übernutzung der natürlichen Bestände geführt. Teilweise wurden ganze Flusssysteme abgesperrt, um die aufsteigenden Lachse noch vor dem Laichen abfischen zu können.

Auch die enorm populäre Freizeitangelei führt zu erheblichen Reduzierungen der Fischbestände, zu einer erheblichen Zunahme des Bootsverkehrs mit den entsprechenden negativen Auswirkungen sowie der Notwendigkeit des immer weiteren Ausbaus der Infrastruktur.

Fischfarmen führen zur epidemischen Ausbreitung von Fischkrankheiten und Fischparasiten, die in großem Umfang die natürlichen Bestände dezimieren. Aus den Farmen entwichene nichtheimische Arten, wie der atlantische Lachs verdrängen die heimischen Arten. Durch ihr abweichendes ökologisches Verhalten ergeben sich teilweise gravierende Auswirkungen auf das Gesamtsystem.

Die Fischfarmen führen darüber hinaus zu einer erheblichen Gewässerverschmutzung.

In British Columbia existiert kein Artenschutzgesetz. Nach wie vor werden deshalb zum Beispiel auch alle Bärenarten legal bejagt. Ausrichter von Jagdveranstaltungen haben sich die entsprechenden Lizenzen für riesige Flächen gesichert. Auf diesen Veranstaltungen können sich zahlungskräftige Kunden, unterstützt von modernster Technik, ihren Trophäenwunsch erfüllen.

Ein nachhaltiges Wildtiermanagement existiert im überwiegenden Fall nicht.

Der von der Provinzregierung in British Columbia verabschiedete Wolfsmanagementplan ist in seiner Grundsubstanz lediglich ein Plan zur Einschränkung und Dezimierung der Wolfspopulation..

Anstatt auf einen nachhaltigen Ökotourismus wird immer wieder auf nicht nachhaltige Formen des Tourismus gesetzt. Dazu gehört zum Beispiel neben dem Jagdtourismus der Skitourismus. Olympische Winterspiele – Vancouver 2010 –  in einem nicht schneesicheren Gebiet wie Vancouver durchzuführen und auf dieser Basis ein ganzes Skisportgebiet zu entwickeln, bedarf schon einer großen Ignoranz bzw. des persönlichen Interesses der Entscheidungsträger.

Der Bergbau besitzt weitestgehend Vorrang vor allen anderen Zielen. Große Bereiche innerhalb der potentiellen Regenwaldgebiete sind als Vorranggebiete für den Bergbau zum Beispiel Kupfer und Gold ausgewiesen. Deren Erschließung in teilweise sehr entlegenen Gebieten führt zu großen Schäden am Regenwald. Wo immer abbauwürdige Vorkommen von Rohstoffen neu entdeckt werden, wird deren Nutzung Vorrang vor allen anderen Zielen genießen.

Es existieren Pläne zur Errichtung einer Pipeline um Ölsande bzw. das aus den Ölsanden in der kanadischen Provinz Alberta gewonnen Öl an die Pazifikküste nach British Columbia zu transportieren, um es von dort aus nach Asien zu verschiffen.

Selbst wenn Kannada noch sehr gering besiedelt ist, so macht sich das Bevölkerungswachstum und der gestiegene Bedarf an Siedlungsraum und Infrastruktur durch einen beschleunigten Flächenverbrauch bemerkbar.

Mittlerweile hat sich eine große zivilgesellschaftliche Allianz zum Schutz der Regenwälder gebildet. Dazu gehören Vertreter der First Nations. Sie fordern, ihre Landrechte einzuhalten sowie ihre Kultur, die eng mit dem Regenwald verknüpft ist, zu respektieren.

Gemeinsam mit  Umweltschützern und auch nachhaltig denkenden Wirtschaftsvertretern fordern sie den Stopp des billigen Ausverkaufs von Rohstoffen in Verbindung mit der irreversiblen Zerstörung von Lebensgrundlagen.

Ein Erfolg dieser Allianz ist zum Beispiel die Ausweisung des Clayoqout Sounds auf Victoria Island als Biosphärenreservat.

Auf Vancouver Island besitzen aktuell etwa 13 % der Gesamtfläche einen Schutzstatus.

Ein weiterer Erfolg ist der Erwerb der Jagdlizenz für etwa 24.000 qkm und damit fast einem Drittel des Great Bear Rainforest im Jahr 2005 für 1,3 Millionen Kanadische Dollar sowie 3.500 qkm im Jahr 2012 im Gebiet der White Spirit Bären durch die Rainforest Conservation Foundation.

Ein wesentlicher Meilenstein war der Abschluss des Great Bear Rainforest Abkommens im Jahr 2006.

Ziele dieses Abkommens zwischen Vertretern der Provinzregierung, der First Nation, von drei Umweltschutzorganisationen und Vertretern der im Gebiet tätigen Forst- und Papierkonzerne war es, auf einer gewaltigen Fläche von 6,4 Millionen Hektar langfristig den Schutz und die nachhaltige Nutzung des Regenwaldes zu vereinbaren.

Mit diesem Vertrag erhöhte sich der Anteil der Flächen mit einem Schutzstatus von durchschnittlich 7 % auf über 20 %.

Letztendlich sollen 70 % des natürlichen Anteils der Küstenregenwälder vom Holzeinschlag verschont bleiben.

Immer wieder versuchen die Konzerne, häufig in Kollaboration mit der derzeitigen Provinzregierung, die vertraglich festgelegten Regelungen zu unterlaufen.

Von besonderer Bedeutung ist deshalb die Unterstützung der am Great Bear Rainforest – Abkommen beteiligten Naturschutzverbände bei ihrem Kampf zur Umsetzung des Vertrags.

Stand: Oktober 2013
Anmerkung: Die Informationen in diesem Glossar wurden mit größter Sorgfalt recherchiert. Sollte sich dennoch ein Fehler eingeschlichen haben oder inzwischen neue Erkenntnisse hinzugekommen sein, so wären wir dankbar, informiert zu werden.