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Der Biotologe Yann

 … verfolgt einen Bumerang

Auch erfahrene Biotologen kann man noch verblüffen: Als Yann in seinem zehnten Abenteuer im australischen Regenwald unterwegs ist, wird er von einem uralten Baum angesprochen. „Bumerang“, raunt der – und prompt findet Yann so ein Wurfgerät. Als er es dann aber besonders weit schleudert, kehrt es nicht mehr zurück. Auf seiner wilden Jagd danach führen ihn freundliche Tiere bis zu den kleinen Felskängurus. Ob er ihn mit ihrer Hilfe wiederbekommt?

Pfau
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Yann erlebte auf seinen Reisen rund um den Globus an vom Klimawandel bedrohten Plätzen für ihn inszenierte Geschichten – und erweiterte sie mit seiner Vorstellungskraft und Kreativität spielerisch zu aufregenden Abenteuern zwischen Fantasie und Wirklichkeit.

Sein Bruder, der Fotograf Jim Gramming, hielt das Geschehen vor Ort mit viel Einfühlungsvermögen in einzigartigen Fotoserien fest. Mit zahllosen spontanen Motivideen erschufen die Reisenden so eine ganz besondere Bildwelt, die mit den erdachten Geschichten eine unverwechselbare Einheit bildet.

Rezension der Arbeitsgemeinschaft für Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM):

Details

Der Biotologe Yann ... verfolgt einen Bumerang

Hardcover
Format: 28 x 24 cm
Seiten: 48
FSC zertifiziert, 100% Anteil Altpapier

Erscheinungstermin: 15.10.2012
ISBN: 978-3-944275-10-9
Preis: 14,50 €

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kaenguru

Glossar Queensland in Australien

kakadu
schnabeltier

Yann ist ein Jahr lang an verschiedene Orte der Welt gereist. Daraus entstanden zwölf Geschichten. Die von ihm besuchten Landschaften sowie die dort lebenden Tiere und Menschen sind durch die Folgen des Klimawandels und die bedenkenlose Ausbeutung natürlicher Ressourcen in ihrer Existenz bedroht.
Viele der Orte gehören zu den von der UNESCO als Weltnaturerbe ausgezeichneten Stätten, so wie die Wet Tropics von Queensland, an deren Randgebiet viele der Bilder für dieses Buch entstanden.

Das elfte Abenteuer spielt in Australien, da die Tier- und Pflanzenwelt Australiens einmalig für diese Erde ist.

11. Abenteuer in Australien

Australien besitzt eine Größe von rund 7,7 Millionen Quadratkilometern und bildet mit Neuguinea und Ozeanien den kleinsten Erdteil der Erde. Der Name bedeutet „südliches Land“, da es auf der Südhalbkugel liegt. Es ist das sechstgrößte Land der Erde und größer als Zentraleuropa.

Die Hauptstadt Australiens ist Canberra. Die größte Stadt mit 4,1 Millionen Einwohnern ist Sydney.

Australien teilt sich im Wesentlichen in drei Großlandschaften.
Das westaustralische Tafelland macht etwa 60 Prozent der Landmasse aus und ist vor allem durch Wüsten und Trockengebiete geprägt.

In der mittelaustralischen Senke liegen sowohl der trockenste Ort als auch der größte Fluss Australiens.

Im Osten wird das Land durch die Great Dividing Range, die australischen Kordilleren geprägt. Hier steigt das ansonsten sehr flache Land auf über 2.000 Meter Höhe an.

Es gibt sieben Klimazonen, davon machen Wüsten und trockenes Grasland 80 Prozent der Gesamtfläche aus. Australien ist nach der Antarktis der trockenste Kontinent.

In Australien existieren etwa 200.000 Tierarten. Zwischen  80 und 95 Prozent aller Arten werden als endemisch eingestuft, das heißt, sie kommen nur in Australien vor.

Erst die Besiedelung durch die Menschen, insbesondere der Europäer, und deren Wirken haben zu einer starken Veränderung der Fauna und Flora geführt.

Eine Tiergruppe, die in Australien ihre größte Verbreitung gefunden hat, sind die Beuteltiere. Am bekanntesten sind die Kängurus. Daneben existieren aber auch viele andere Beuteltiere wie zum Beispiel Beutelmäuse, Gleitbeutler, der Tasmanische Beutelteufel, Koalas, Wombats und Opossumarten.

Zu den Wallabies im weiteren Sinne werden alle Kängurus gezählt, die nicht größer als 80 Zentimeter werden. Zu ihnen gehören auch die Felsenkängurus, denen Yann auf seiner Reise begegnet. Sie leben in den gebirgigen Regionen Australiens. Alle Felsenkängurus sind ausgezeichnete Kletterer. Der Schwanz dient ihnen als Balancierhilfe bei ihren bis zu vier Meter weiten Sprüngen über Felsspalten. Sie ernähren sich vegetarisch. Wie bei allen Kängurus werden die Jungen blind, taub und nackt geboren. Sie wiegen bei ihrer Geburt weniger als ein Gramm. Ohne Hilfe der Mutter kriechen sie von der Geburtsöffnung in den mütterlichen Beutel und finden dort die Zitzen. Im Beutel verbleiben sie dann etwa ein halbes Jahr.

Wallabies leiden unter der Umwandlung ihres Lebensraumes in landwirtschaftliche Nutzflächen. Diese Gefährdung ist allerdings für die Felsenkängurus aufgrund ihres für die Landwirtschaft weitgehend ungeeigneten Lebensraums weniger gravierend. Weitere Gefährdungen bestehen durch eingeführte Raubtiere wie den Rotfuchs.

Einzigartig sind die eierlegenden Säugetiere wie das Schnabeltier. Schnabeltiere sind merkwürdige Gesellen. Sie besitzen einen Schnabel wie eine Ente, Schwimmhäute und einen Schwanz wie ein Biber, einen wasserabweisenden Pelz wie ein Otter und legen pergamentartige Eier, die an Reptilieneier erinnern. Als ein erstes Präparat Ende des 18. Jahrhunderts in London auftauchte, glaubten die Wissenschaftler an eine Fälschung.

Die Tiere werden bis zu 40 Zentimeter groß und leben in und an sauberen Binnengewässern in Ost- und Südostaustralien sowie Tasmanien. Sie ernähren sich hauptsächlich von kleinen Tieren wie Krebsen, Schnecken und Würmern. Da Schnabeltiere unter Wasser ihre Augen, Ohren und Nasenöffnungen verschließen, finden sie ihre Nahrung mithilfe von Tastkörpern, die auf feinste Wellenbewegungen reagieren, und mit Elektrorezeptoren. Mit diesen Rezeptoren können Schnabeltiere elektrische Signale, wie sie jedes Tier in Bewegung abgibt, wahrnehmen. Schnabeltiere legen sich Erdbaue an. Die Weibchen graben für die Eiablage und die Jungenaufzucht bis zu 20 Meter lange Gänge, an deren Ende eine gepolsterte „Brutkammer“ angelegt wird.

Früher wurden die Schnabeltiere aufgrund ihres Felles gejagt. Heute ist die Jagd strengstens verboten. Ihre Gefährdung besteht in der Zerstörung ihres Lebensraumes.

Schlangen gibt es viele, darunter mehr giftige als ungiftige. Der Inlandtaipan ist die giftigste Schlange der Welt. Zu den ungiftigen gehören mehrere Arten von Pythons. Die größte davon ist die bis zu acht Meter lange Amethyst-Python.

In Australien leben mehr Echsen als irgendwo sonst auf der Welt, nämlich mehr als 400 Arten. Dazu gehören eine Vielzahl von Geckos, Agamen, Warane, wie der bis zu zwei     Meter große Riesenwaran, sowie die Gruppe der Skinke.

Von den ca. 800 Vogelarten sind ca. 350 endemisch. Typisch ist der Kookaburra, der lachende Hans. Er ist eine von 10 Eisvogelarten.

Sehr stark vertreten ist die Gruppe der Papageien mit vielen Arten, Kakadus, Sittichen und Loris.

Kakadus sind mittelgroße Papageien, die zwischen 30 und 66 Zentimeter groß werden können.

Zu den Kakadus zählen 21 Arten, unter ihnen auch die Nymphensittiche. Besonders bekannt sind die Nymphensittiche, der Gelbhaubenkakadu und der Rosakakadu, die auch in den Großstädten Südostaustraliens zahlreich vorkommen.

Charakteristisch für die Kakadus ist ihre bewegliche Federhaube, die sie bei Erregung oder erhöhter Aufmerksamkeit aufstellen. Als einzige Vogelart sondern bei ihnen die Federn einen feinen Staub ab, der das Gefieder pflegt und schützt.

Kakadus sind in ihrer natürlich Verbreitung auf den australoasiatischen Raum beschränkt.

Die Hauptnahrung der Kakadus besteht aus Beeren und Früchten. Kakadus sind sehr lernfähig und verspielt. Neben ihrem Vermögen zur Geräuschimitation nutzt der Palmkakadu sogar selbst bearbeitete Werkzeuge, der Rosakakadu fliegt absichtlich in kleine Luftwirbel hinein oder rutscht auf dem Rücken Spielplatzrutschen hinunter.

Papageienpaare leben ein Leben lang zusammen. Sie brüten einzeln in Baumhöhlen. Außerhalb der Brutzeit finden sie sich oft zu großen Schwärmen zusammen. Das erschwert Fressfeinden den Angriff.

Überleben Kakadus das erste Jahr, können sie fast 100 Lebensjahre erreichen.

Einige Arten sind durch Veränderungen des Lebensraums gefährdet. Dabei wirkt sich insbesondere das Verschwinden geeigneter Brutbäume aus.

Der Helmkasuar ist ein flugunfähiger Laufvogel, der nach dem Strauss und dem Emu mit bis zu 1,70 Meter Körpergröße und bis zu 76 Kilogramm Gewicht der schwerste Vogel der Welt ist.

Sie können bis zu 50 Kilometer pro Stunde erreichen, 1,50 Meter hoch springen und sind gute Schwimmer.

Der namengebende Helm dient wahrscheinlich dem Schutz ihres Kopfes, wenn sie durch das Unterholz brechen.

Sie ernähren sich hauptsächlich von abgefallenen Früchten, verschmähen aber auch Insekten, kleine Wirbeltiere, Aas, Pflanzen und Pilze nicht.

Um sich das ganze Jahr über mit Früchten versorgen zu können, benötigen sie sehr große Reviere. Der Helmkasuar besitzt eine große Bedeutung für die Artenvielfalt der Regenwälder. Nur er ist in der Lage, die großen Früchte von etwa 70 Baumarten zu fressen. Durch die Ausscheidung der Samen ermöglicht er die Verbreitung dieser Baumarten in seinem Revier. Außerhalb der Paarungszeit sind sie Einzelgänger. Helmkasuare leben in Nordostaustralien sowie auf Neuguinea in unterholzreichen Regen- und Savannenwäldern. Sie sind als gefährdete Tierart eingestuft. In Australien schätzt man den Bestand auf maximal 10.000 Tiere mit abnehmender Tendenz. Sie werden hauptsächlich durch die Zerstörung ihres Lebensraumes bedroht.

Die Artenvielfalt bei Süßwasserfischen und Froschlurchen ist gering.

Spinnen und andere wirbellose Tiere kommen dagegen in großer Artenzahl vor. Darunter finden sich zum Teil auch sehr giftige Vertreter, zum Beispiel die Trichternetzspinne und die zu den Echten Witwen gehörende Rotrückenspinne.

Die Flora ist sehr artenreich. 85 Prozent der 200.000 höheren Arten kommen ausschließlich in Australien vor.

Aber auch niedere Pflanzen wie Moose und Algen, Flechten und Pilze sind zahlreich vertreten und meist endemisch.

Besonders weit verbreitet sind Akazien sowie die Silberbaum- und Myrtengewächse, zu denen auch der Eukalyptus gehört. Viele Vertreter der australischen Flora sind an die herrschende Trockenheit und andere Umwelteinflüsse, zum Beispiel häufige Brände, angepasst.

Große Teile des Landes sind durch Grasland geprägt. Besonders weit verbreitet sind die Stachelkopfgräser, da sie für Rinder nur schwer verdaulich sind.

In Nord-Queensland existieren tropische Regenwälder, die zu den ältesten der Welt gehören.

Insgesamt leben ca. 23 Millionen Menschen in Australien. Das entspricht einer extrem dünnen Besiedlung von drei Einwohnern pro Quadratkilometer. Mehr als ein Viertel der Bevölkerung ist nicht in Australien geboren.

Die indigene Urbevölkerung wird als Aborigines bezeichnet. Diese stellen aber selbst keine einheitliche Gruppe dar. Bei Ankunft der Europäer gab es geschätzte 300.000 bis eine Million Aborigines mit einer Vielzahl von Kulturen und über 200 unterschiedlichen Sprachen.

Die Aborigines kannten bis zur Entdeckung Australiens durch europäische Seefahrer Anfang des 17. Jahrhunderts keinen Landbesitz. Sie verstehen sich bis heute als Bewahrer des Landes, das sie pflegen und hüten, dem sie aber auch entnehmen können, was sie brauchen, solange es dadurch nicht gefährdet wird. Im Zentrum des spirituellen Denkens steht die sogenannte Traumzeit.

Ein traditionelles Jagdinstrument der Aborigines ist der Bumerang.

Erst als James Cook 1770 Australien erreichte und es formal für die britische Krone in Besitz nahm, wurde die permanente Besiedlung eingeläutet.

1788 brachten die ersten Schiffe Strafgefangene und Siedler aus Großbritannien nach Australien. Der 26. Januar 1788, der Tag der Landung der ersten 11 Schiffe, der „First Fleet“, ist heute Nationalfeiertag.

Bis 1868 wurden ca. 160.000 Häftlinge nach Australien verbannt.

Bedingt durch die sehr spezifischen Klimaverhältnisse zieht jede klimatische Abweichung eine massive Veränderung des gesamten Ökosystems nach sich. Seit dem Jahr 1950 sind die Temperaturen in der Region um bis zu 0,6 Grad gestiegen. Hitzewellen haben zu-, Fröste abgenommen. In Nordwesten Australiens regnet es mehr, während im Süden und Osten Dürre herrscht.

Durch Rodung, Entwässerung, Siedlungs-, Industrie- und Bergbau verstärkt sich die Erosion sowie die Zerstörung und Verinselung von Lebensräumen. Dazu tragen auch eine monostrukturell ausgerichtete Landwirtschaft mit etwa 130 Millionen Schafen und 25 Millionen Rindern sowie der Zuckerrohranbau bei.

Problematisch ist ebenso die Einschleppung faunafremder Tiere wie Kaninchen, Riesenkröten, Hunde, Katzen, Rotfüchse, Haus- und Wanderratten, Dromedare und Wasserbüffel.

Sie treten entweder als direkte Fressfeinde auf oder verdrängen die heimischen Arten zum Beispiel durch Nahrungskonkurrenz sowie nachhaltige Veränderung der Lebensräume.

Die Küstenmeere, insbesondere das Great Barrier Reef, sind durch Nähr- und Giftstoffeintrag aus der Landwirtschaft, der Industrie, kommunalem Abwasser, dem Tourismus und der Schifffahrt gefährdet.

Extreme Ozonwerte und begrenzte Frischwasserressourcen erfordern schon jetzt spezifische Verhaltensregeln im täglichen Leben der Australier.

In Australien gibt es 556 Naturschutzgebiete. Davon gehören 15 zum UNESCO-Weltnaturerbe, unter anderem das Great Barrier Reef, die Wet Tropics von Queensland, der Nationalpark Kakadu und der Nationalpark Uluru-Kata Tjuta mit dem weltberühmten Uluru, ehemals Ayers Rock genannt. Der Royal-Nationalpark ist der älteste Nationalpark Australiens und außerdem der zweitälteste der Welt. Gegründet wurde er im Jahr 1879.

Die Ausweisung von Naturschutzgebieten ist in Australien die wirksamste Maßnahme zum Schutz von Flora und Fauna.
Seit einigen Jahren werden nach und nach auch staatliche Umweltauflagen für Industrie und Landwirtschaft eingeführt. Ein gutes Zeichen und ein wichtiger Schritt auf dem Weg einer gesellschaftlichen Entwicklung hin zur Bereitschaft, die natürliche Vielfalt zu erhalten sowie der Einzigartigkeit von Tier- und Pflanzenwelt in Zukunft gebührenden Platz einzuräumen.

Stand: Oktober 2013
Anmerkung: Die Informationen in diesem Glossar wurden mit größter Sorgfalt recherchiert. Sollte sich dennoch ein Fehler eingeschlichen haben oder inzwischen neue Erkenntnisse hinzugekommen sein, so wären wir dankbar, informiert zu werden.